Es ging endlich wieder nach Polen: 2026, Ende Mai-Anfang Juni. Unsere Gruppe fuhr mit der Bahn und das ging gut. „Unterwegs sein“ heißt auch Muße, Schauen, Staunen. Unsere Reise führte uns über Hannover, Poznań, Tczew und Malbork nach Kwidzyn, Celles Partnerstadt in Polen.
Und dann ging es weiter in die Familien. Wir lernten bald die Schule kennen und die Schulleiterin, Asia Poźniak, wurden vom Landrat empfangen, besichtigten die eindrucksvolle Kathedrale, zugleich Wehrkirche und die Grablege einiger Hochmeister des Deutschen Ordens. Wir lernten die Umgebung kennen, zunächst die Stadt, in Kleinerkundungsgruppen, dann auch das Gestüt Miłosna, vergleichbar dem Landgestüt in Celle. Dort zeigte uns ein Ranger der Eko-Inicjatywa Reste eines alten Bahnhofs aus deutscher Zeit, dazu besondere Pflanzen – man kann sogar essen, was man nicht kennt!
Der Besuch in Gdańsk/Danzig führte zum ersten Mal zu großem Staunen: Altstadt mit Neptunbrunnen, Artushof und Krantor, einer der Ikonen der Stadt an Weichsel und Mottlau. Hier gilt überall: „Latin is everywhere“ - nota bene, you can´t avoid! Dazu eine Fahrt mit dem Schiff nach Sopot/Zoppot, dem mondänen Badeort an der Ostsee mit seiner berühmten Molo/Mole, Geburtsort des exzentrischen Schauspielers Klaus Kinski, bekannt u.a. aus Edgar Wallace-Verfilmungen. Weiter ging´s nach Gdynia/Gdingen, der polnischen Neugründung nach dem 1.Weltkrieg. Hier ist „Unterwegs sein“ anders zu verstehen, denn der Besuch im Emigrationsmuseum zeigte uns, dass viele Polen in der wechselvollen Geschichte des Landes häufig „unterwegs sein“ mussten.
Gemeinsam „Unterwegs sein“ führte uns auch mit dem Kajak auf den Oberländischen Kanal, eines technischen Wunderwerks: Nur Wasserkraft sorgt dafür, dass auf den sogenannten Rollbergen Höhenstufen des Gewässers überwunden werden können. Keine Schleuse, sondern ein fahrbarer Untersatz transportiert selbst größere Ausflugsschiffe. Das ging nicht immer gut, manche wurden nass, andere drohten zu kentern. „Da staunst Du, was“: „Unterwegs sein“ ist auch Abenteuer und Sport!
Die Marienburg, größte europäische Backsteinburg, löste abermals Staunen aus, besonders, als der Burghof der Hauptburg betreten wurde. Hier gab es viel zu schauen: Ritter und Rüstung, Bernstein und der aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg an die Marienburg zurückgegebene Kopf einer Skulptur des Heiligen Jakobus des Älteren aus dem Jahre 1340 - seit 1.Dezember 2025 wieder am ursprünglichen Ort: lange unterwegs bis zu seiner Heimat! Ein wichtiges Symbol im Rahmen des Programms der Rückgabe von Kulturgütern.
Mit einem gemeinsam produzierten Film zum „Unterwegs sein“ war die Woche wieder einmal viel zu schnell zu Ende.
Unsere Partnerschule, das I Liceum Ogólnokstałcące im dr. Wł. Gębika, war wie immer ein überaus herzlicher Gastgeber, und alles war nur möglich durch die Arbeit und den Enthusiasmus unserer Kolleginnen vor Ort, allen voran von Ola Trzaska.
Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch Anfang September! Do zobaczenia!
