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Rainer Eppelmann zu Besuch im Ernestinum Im Rahmen der Veranstaltungen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls hat Rainer Eppelmann, eine der zentralen Persönlichkeiten der DDR-Oppositionsbewegung und späteres Regierungsmitglied in der ersten frei gewählten DDR-Regierung, unsere Schule besucht und vor Schülerinnen und Schülern der Oberstufe gesprochen. Er war Pfarrer der Samaritergemeinde in Ost-Berlin und veranstaltete Anfang der 80er Jahre die legendären Bluesmessen mit bis zu 10.000 Besuchern. Er war „Staatsfeind Nummer 1" in der DDR, auf den bis zu 43 Inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit angesetzt waren. Er war einer der führenden Köpfe der Bürgerrechtsbewegung in der DDR 1989 und Mitbegründer des „Demokratischen Aufbruch". Er war Minister für Abrüstung und Verteidigung in der einzigen demokratisch gewählten DDR-Regierung 1990. Er war von 1990 bis 2006 Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Er ist ehrenamtlicher Vorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur - Rainer Eppelmann besuchte am 12. November 2009 das Gymnasium Ernestinum, um vor den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 11-13 über seine Erlebnisse unter der SED-Diktatur und die friedliche Revolution in der DDR zu berichten. Mit einem fesselnden und engagierten Vortrag zog Eppelmann die gut 300 Schülerinnen und Schüler sofort in seinen Bann. Er erzählte von seiner Kindheit und Jugend und verdeutlichte den Schülerinnen und Schülern, die er mit den Worten „Geht's euch gut!" begrüßt hatte, so die Lebensbedingungen in einer Diktatur. „In einer Umfrage zu ihrem Wissen über die DDR halten 18% der Befragten Erich Honecker für einen alten Bandleader und Willy Brandt für den zweiten Generalsekretär der SED. 30% der Jugendlichen konnten den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur nicht nennen", stellte Eppelmann fest. Jedoch suchte Eppelmann die Schuld dafür nicht bei den Jugendlichen selbst, sondern bei der Generation der Eltern und Lehrer, die den Jugendlichen nichts oder zu we
„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht." Mit diesen Worten des ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Havel beschrieb Eppelmann die Gefühle und die Haltung der 70.000 mutigen DDR-Bürger, die trotz Gewaltandrohungen durch die Staatsmacht am 9. Oktober 1989 in Leipzig auf die Straße gingen, um für Freiheit zu demonstrieren. Anschließend erzählte er von der Nacht des Mauerfalls am 9. November 1989, in der die Bürger selbst den Schlagbaum am Grenzübergang an der Bornholmer Straße in Berlin beseitigten und so die Mauer zwischen Ost und West niederrissen. „Das hat nicht Schabowski getan", betonte Eppelmann. Nach seinem kurzweiligen Vortrag bestand für die Schülerinnen und Schüler die lebhaft genutzte Möglichkeit, Fragen an Herrn Eppelmann zu stellen. „Warum soll man zu den Ereignissen von 1989 nicht „Wende" sagen?" war dabei die Frage, die Rainer Eppelmann am meisten begrüßte. Der erste, der das Wort „Wende" für die Ereignisse des Herbstes 1989 gebraucht habe, sei Egon Krenz gewesen, meinte Eppelmann. Tatsächlich seien die Ereignisse nichts weniger als eine Revolution gewesen, die glücklicherweise friedlich verlaufen sei - was auch nicht selbstverständlich gewesen sei angesichts der in Ostdeutschland stationierten sowjetischen Truppen, die glücklicherweise nicht wie 1953 den Befehl zur Niederschlagung der Proteste erhielten. Nach 90 Minuten wurde Herr Eppelmann von den Schülerinnen und Schülern mit herzlichem und anhaltendem Applaus für seinen beeindruckenden Auftritt verabschiedet. (mo) |