Vom 25. 09. bis zum 29. 09. fand unsere Seminarfahrt nach Barcelona statt. Für unser eigentliches Seminarfachthema „Flucht, Migration und Integration - Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“ boten sich kaum geeignete Ziele an. Also entschieden wir uns für Barcelona mit seinen vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten.

Gemeinsam mit Frau Kranz und Herrn Lindner machten wir uns am Montag von Hannover mit dem Flugzeug auf nach Barcelona, wo wir gegen 15 Uhr ankamen. Per Shuttlebus ging es weiter zu unserer Unterkunft, welche aus Appartements für jeweils 6 Personen bestand. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und uns kurz zurechtgefunden haben, ging es auch schon mit dem ersten Programmpunkt los. Eine Stadtführung durch einen Teil der Altstadt stand an. Dort zeigte uns der Stadtführer einige Gebäude, welche im Rahmen der Weltausstellung 1929 gebaut wurden. Ebenfalls konnten wir das Olympiastadion betrachten und einen Blick vom Montjuïc auf den Hafen werfen. Anschließend fuhren wir mit der U-Bahn zu den Ramblas, der Fußgängerzone Barcelonas, wo wir uns in kleine Gruppen aufteilten.

Am Dienstagvormittag durften wir uns aussuchen, was wir unternehmen wollten. Einige sahen sich das archäologische Museum an, andere das Aquarium, die Miro-Ausstellung oder die ehemalige Stierkampfarena und die Stadtkathedrale. Später berichteten wir den anderen von unseren Erfahrungen. Nachdem wir mit unseren Ausflügen fertig waren, hatten wir noch etwas Freizeit, ehe wir nachmittags an der Sagrada Familia, einer der berühmtesten und ungewöhnlichsten Kathedralen Europas, zusammenkamen und diese besichtigten. Die Sagrada Familia ist ein Ort, den man in Barcelona gesehen haben muss, da sie ein Wahrzeichen der Stadt ist und sehr viel Geschichte mit ihr verbunden ist. Am Abend traf sich die ganze Gruppe in einem Appartement und wir kochten und aßen gemeinsam.

Mittwoch stand vormittags ein Ausflug zum Nationalmuseum Kataloniens an. Dort lernten wir viel zur Geschichte Kataloniens und Barcelonas, wodurch sich uns auch die Zusammenhänge mit der heutigen Unabhängigkeitsbewegung erklärten. Nachmittags stand dann das für viele von uns mit Abstand größte Highlight der Woche an, die Stadionbesichtigung im Camp Nou. Nach einem kurzen Vortrag über das Stadion gingen wir zuerst ins Vereinsmuseum. Dort waren alle Pokale ausgestellt, ebenso wie einige Originalstücke, welche von Spielern während der Erfolge getragen wurden. Anschließend gingen wir durch die Gästekabine und durch den Presseraum zum Spielfeld, wo wir auf den Trainerbänken Platz nehmen konnten und dieses einmalige Gefühl erleben konnten. Weiter ging es über den Unterrang zur Pressetribüne. Von dort hatte man eindeutig die beste Sicht auf das gesamte Stadion und vor allem die Jungs waren sprachlos. Abends trafen wir uns wieder alle zu einem kleinen Spieleabend, zu dem jedes Appartement ein Spiel mitbringen sollte.

Am Donnerstag ging es noch einmal raus aus Barcelona ins spanische Hinterland. Wir besuchten den Sekthersteller Freixenet, einen wichtigen Arbeitgeber der Region. Vorher ergab sich jedoch ein Problem, da wir leider den falschen Zug nahmen und 45 Minuten in die falsche Richtung fuhren. Nachdem wir dann weitere 20 Minuten im Nirgendwo (aber immerhin bei schönem Wetter) auf den richtigen Zug warteten, ging es endlich, wenn auch mit deutlicher Verspätung, zu Freixenet. Dort wurde uns, nach einem kurzen Film über die Firma Freixenet, erklärt, wie Sekt hergestellt wird und dass fast die Hälfte der 80 Millionen produzierten Flaschen nach Deutschland exportiert wird. Anschließend ging es mit dem Zug wieder nach Barcelona. An unserem letzten Abend zog es uns noch einmal in die Stadt. Wir sahen uns den Font Màgica am Montjuïc an, ebenfalls ein sehr interessantes Schauspiel aus Wasser, Licht und Musik.

Freitag hieß es dann sehr früh aufstehen, um 05:15 Uhr wurden wir vom Bus abgeholt, gegen 9 Uhr flogen wir nach Stuttgart. Nach zirka dreieinhalb Stunden Aufenthalt dort flogen wir weiter nach Hannover, wo uns unsere Eltern abholten.

Alles in allem blicken wir auf einen sehr interessanten und lehrreichen Aufenthalt in Barcelona zurück. Wir konnten sehr viele Eindrücke sammeln, vor allem aber, dass das anstehende, nicht genehmigte Referendum zur Unabhängigkeit am 01. Oktober, die ganze Stadt polarisiert. Überall hingen die Fahnen Kataloniens, die Polizeipräsenz war stark zu spüren. Ebenfalls waren, insbesondere an der Rambla, die Nachwirkungen des Anschlags in Form einer starken Polizeipräsenz zu spüren, dennoch fühlten wir uns zu keiner Zeit bedroht. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei Frau Kranz und Herrn Lindner bedanken, die uns auch Freiraum ließen und uns keinen reinen Kultururlaub aufzwangen, sondern uns eine sehr interessante und abwechslungsreiche Seminarfahrt ermöglichten.

 

Konstantin Hinz und Magnus Staeck (12. Jg)