Chemie- und Biokurse des 12. Jahrgangs forschen in Göttingen

Am Freitag, den 17.11.2017, reisten der 12er Chemiekurs von Frau Schrader und die 12er Biologiekurse von Frau Wallmann und Frau Debus ins XLAB nach Göttingen, um an zwei verschiedenen Exkursionen teilzunehmen.
Das XLAB ist ein Laborkomplex für Schüler und befindet sich auf dem Campus der Universität Göttingen. Es bietet zahlreiche Möglichkeiten für Experimente in den Gebieten Biologie, Chemie, Physik, Informatik und Geowissenschaften.
Bericht über den Biologie-Kurs:
Die Biologiekurse wurden von Herrn Dr. Gries, dem Kursleiter, zuerst mit dem Thema, Ökologie am Beispiel See, vertraut gemacht. Zum einen hat er uns darüber aufgeklärt, welche Arten von Seen es gibt, zum anderen ging er auf die Nährstoffe und Lebewesen ein, die ein See bieten kann.
Anschließend ging es zur Northeimer Seenplatte, um Ökologie praktisch zu verstehen. Dort angekommen, begann unsere eigentliche Aufgabe, den See zu erforschen.
Zunächst fischten wir Plankton, mit dem wir uns später noch weiter auseinander setzen würden.

Danach stiegen wir in die Boote und fuhren ein bis zwei Kilometer auf den See hinaus, an eine der tiefsten Stellen des Sees mit ca. 19m Tiefe. Es wurden Wasserproben aus verschiedenen Tiefen entnommen und in den verschiedenen Wassertiefen wurden noch Sauerstoffgehalt, pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit und Temperatur ermittelt. Zudem hat jeder noch die Sichttiefe bestimmt, da aufgrund der verschiedenen Sehvermögen jeder eine andere hatte. So konnte man den Stichprobenumfang erhöhen, um einen relativ guten Mittelwert für die Sichttiefe zu erhalten.
Dank des guten Wetters machte die Arbeit viel Spaß und es ging sehr lustig auf dem Boot zu.
Nach diesem Ausflug zum See ging es zurück zum XLAB, um eine Mittagspause einzulegen. Mehr oder weniger gut gestärkt, ging es damit weiter, die Daten auszuwerten. Dazu wurde jeder mit einem weißen Laborkittel ausgestattet. Im Labor selbst wurden Teilchenkonzentrationen der zuvor entnommenen Wasserproben bestimmt, um Aussagen über Stoffwechselvorgänge und damit über die beteiligten Organismen und abiotischen Faktoren zu treffen. Die Planktonproben wurden unterm Mikroskop betrachtet und die identifizierten Organismen wurden erfasst, was vielen von uns die meiste Freude bereitete, da das kleine Zooplankton ganz groß im Mikroskop wurde. Herr Dr. Gries nahm die Erkenntnisse in seine Statistiken, die Daten anderer Teilnehmergruppen aus verschiedenen Jahreszeiten und Jahren enthalten, auf. Zudem erläuterte er uns unsere Erkenntnisse, womit die Exkursion endete und der Heimweg angetreten wurde.
Unser Gruppenleiter zeigte großes Interesse und Leidenschaft an seiner Arbeit, wodurch sich unser Tag zwar lang, aber sehr informativ und spannend gestaltete.

Bericht über den Chemiekurs:
Wir Chemiker blieben direkt im XLAB und erhielten nach einer herzlichen Begrüßung eine kurze Einweisung zu den chemischen Vorgängen der Brennstoffzelle durch die Kursleiterin Frau Dr. Drabent.
In einer Brennstoffzelle findet im Prinzip die Verbrennung von Wasserstoffgas, also eine kontrollierte Knallgasreaktion, ohne Flamme statt. Bei dem einfachsten Vertreter der Brennstoffzellen werden zuerst Wassermoleküle durch Elektrolyse in ihre Bestandteile - Wasserstoffmoleküle und Sauerstoffmoleküle - unter Verwendung von elektrischer Energie zerlegt. Danach wird der Vorgang umgekehrt und Energie wird dabei frei. Dadurch dient die Brennstoffzelle eher als Energiespeicher statt als Energiequelle. Besonders ist aber auch, dass sie nur Wasser als Endprodukt aufweist und kein Kohlenstoffdioxid. Somit ist die Brennstoffzelle ziemlich umweltfreundlich.
Nach der Theorie kam die Praxis. Das interessanteste waren mit Abstand die Experimente im XLAB. Der größte Unterschied dabei zu unseren Schulexperimenten ist die professionelle Ausrüstung, die von der Universität bereitgestellt wird und die Reichweite der Chemikalien. Wir konnten verschiedene Experimente zum grundsätzlichen Aufbau einer Brennstoffzelle durchführen, um so die optimalen Materialien herauszufinden.
Nach einer stärkenden Mittagspause in der Nordmensa der Universität Göttingen begann die zweite Experimentierphase. In dieser hatten wir die Gelegenheit verschiedene Brennstoffe für unsere Brennstoffzelle auszuprobieren. Diese Freiheit machte die Entscheidungen natürlich umso schwieriger. Neben verschiedenen Zuckerlösungen standen auch unterschiedliche Alkohole zur Verfügung, die ausgetestet und miteinander verglichen werden konnten.
Wir waren als Schüler immer an den Experimenten beteiligt, sodass man so gut wie nie einfach nur dasaß und zusehen musste. Nach tollen Experimenten und den daraus gewonnenen Erkenntnissen ging es nach einem langen Tag ab nach Hause.
Unserer Meinung nach ist das Arbeiten im XLAB für alle Stufen, besonders für die Oberstufe, sehr interessant und aufschlussreich und es empfiehlt sich wirklich, einen Besuch dahin zu unternehmen.

Johanna Schmidt, Adrian Mrochen und Niklas Ojemann (Jahrgang 12)